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Dimmu Borgir ist eine bekannte Metal-Band aus Norwegen. Der Bandname ist von der Lavaformation Dimmuborgir in Island abgeleitet und bedeutet auf isländisch soviel wie „Dunkle Burgen“ oder „Dunkle Festungen“. Ihr Bekanntheitsgrad erstreckt sich dank mehrerer europäischer Chartplatzierungen weit über die Szenegrenzen hinaus. Im Black-Metal-Untergrund sind Dimmu Borgir aufgrund ihrer jüngeren, für Black-Metal-Verhältnisse kommerziellen, massenkonformen Werke sehr stark umstritten. Die ersten beiden Alben sind von dieser Kritik weitgehend ausgenommen.
Biographie
Dimmu Borgir wurde 1993 von Shagrath, Kenneth „Tjodalv“ Åkesson und Sven „Erkekjetter Silenoz“ Atle Kopperud gegründet. Noch im gleichen Jahr schloss sich der Keyboarder Stian Aarstad der Band an. 1994 wurde mit Brynjard Tristan der fehlende Bassist gefunden. Im gleichen Jahr erschien mit Inn I Evighetens Mørke die erste Veröffentlichung der Band. 1996 verließ Brynjard Tristan die Band wieder und wurde von Stian André „Nagash“ Arnesen ersetzt, der gleichzeitig als Sänger und Bassist von The Kovenant tätig war. 1997 erschien das Album Enthrone Darkness Triumphant. Auf der anschliessenden Tournee spielte Kimberly Goss, die später Sängerin von Sinergy wurde, Keyboard. 1997 verließ Stian Aarstad die Band wieder. Als Ersatz kam 1998 Øyvind „Mustis“ Mustaparta, außerdem wurde mit Jamie „Astennu“ Stinson ein zweiter Gitarrist gefunden.
1999 verließen Kenneth „Tjodalv“ Åkesson, Jamie „Astennu“ Stinson und Stian André „Nagash“ Arnesen die Band. Als Ersatz kamen Simen „ICS Vortex“ Hestnaes, der als Sänger von Borknagar bekannt war und diese kurz darauf verließ sowie Nicholas Barker, der von Cradle of Filth zu Dimmu Borgir wechselte. Ein zweiter Gitarrist wurde erst 2001 mit Thomas Rune „Galder“ Andersen gefunden, der außerdem die Band Old Man’s Child als Sänger und Gitarrist leitet.
Dimmu Borgir erhielten 2002 den Norwegischen Grammy und setzten sich somit gegen Bands wie Emperor und Borknagar durch. 2003 erschien das Album Death Cult Armageddon, auf dem Abbath, der als Sänger, Gitarrist, Bassist, Keyboarder und Bandleader von Immortal große Bekanntheit in der Black-Metal-Szene erreicht hatte, als Gastsänger auftrat.
2004 verließ Nicholas Barker die Band wieder. Die Lücke füllten Reno „Killerich“ Hilligsø und Tony Laureano als Sessionmusiker, bis Jan Axel „Hellhammer“ Blomberg, der von Mayhem und Arcturus bekannt war, die Band wieder komplettierte.
Stil
Gegenwärtig lässt sich die Musik als Mixtur aus melodischem Death Metal, Black Metal und neoklassischen Einflüssen beschreiben. Die Band vollzog vom ersten bis zum letzten Album eine starke musikalische Wandlung. Waren die ersten Songs der Band noch stark von Black Metal geprägt, so nahmen mit der Zeit Klassik-Einflüsse zu. Des Weiteren orientiert sich Dimmu Borgir mittlerweile vor allem beim Gitarrenspiel am Metal der 80er Jahre. Die Musik wurde von Album zu Album experimenteller; statt schlichter Riffs setzt man mittlerweile auf bombastisch-orchestrale Klanglandschaften. Diese Entwicklung zeigt sich auch darin, dass das Keyboard teilweise durch echte Streicher ersetzt wurde. Für die Veröffentlichung „Death Cult Armageddon“ verpflichtete Dimmu Borgir sogar das 46-köpfige Prager Philharmonieorchester. Die Musik erhält dadurch schon beinahe einen filmmusikähnlichen Charakter. Das Album stieg in den deutschen Albumcharts auf Platz 12 ein.
Die Band vermarktet ältere Veröffentlichungen wiederholt mit Änderungen hinsichtlich Besetzung oder Aufmachung. Teilweise sind diese Neuauflagen sehr aufwändig gestaltet. Die aufwändige Produktion des Musikvideos Progenies of the great Apocalypse (von Death Cult Armageddon) zeugt von einem sehr ausgeklügelten Marketingkonzept.
2005 wurde das zweite Album Stormblåst komplett neu produziert. Dadurch entstand ein wesentlich dynamischerer und ausgefeilterer Klang. Das Klavierstück „Sorgens Kammer“, welches ebenfalls sehr großen Gefallen fand, durfte aus rechtlichen Gründen nicht neu aufgelegt werden, da es, wie der damalige Keyboarder später gestand, nicht selbst geschrieben, sondern aus dem Computerspiel Agony für den Amiga übernommen worden war, ohne dies den Entwicklern und der Band mitzuteilen. Stattdessen liegen bei der Neuauflage die Stücke „Avmaktslave“ und „Sorgens Kammer - Del II“ vor, mit denen Dimmu Borgir zu ihren Wurzeln zurückkehren.
Im April 2007 erschien das Nachfolgealbum zu Death Cult Armageddon. Aufgezeichnet wird es in einer ehemaligen psychiatrischen Klinik. Dieses Album trägt den Titel In Sorte Diaboli und es erschien am 27. April in Deutschland. Es handelt sich um das erste Konzeptalbum der Band und führt ins düstere Mittelalter, wo ein Priester-Anwärter sich dessen bewusst wird, dass ihm das Christentum nur Schlechtes bringt und so eine Wendung zur „dunklen Seite“ erfährt. Ebenfalls bekannt gegeben wurde die erste Single des neuen Albums. Der Eröffnungstrack The Serpentine Offering wird als erste Single aus In Sorte Diaboli mit Video veröffentlicht werden. Auf der offiziellen Homepage der Band kann man sich das Video zu „The Serpentine Offering“ bereits seit dem 31. März 2007 ansehen. In den deutschen Albumcharts stieg das Album auf Platz 7 ein. Das Album In Sorte Diaboli wurde aufgrund eines Gewinnspieles, welches sich in dem Longplayer befindet, aus der UK-Chart verbannt. Angeblich verschaffte sich Dimmu Borgir damit einen Marktvorteil.
Discographie
Alben
* 1994: For All Tid
* 1996: Stormblåst
* 1997: Enthrone Darkness Triumphant
* 1998: Godless Savage Garden
* 1999: Spiritual Black Dimensions
* 2001: Puritanical Euphoric Misanthropia
* 2002: World Misanthropy (als CD und Audio-DVD)
* 2002: Enthrone Darkness Triumphant (Neuauflage als „Deluxe-Edition“)
* 2003: Death Cult Armageddon (als CD und Audio-DVD)
* 2004: Spiritual Black Dimensions (Neuauflage als „Deluxe-Edition“)
* 2005: Stormblåst (Neuaufnahme des Debütalbums)
* 2007: In Sorte Diaboli (als CD und LP)
EPs und Singles
* 1994: Inn I Evighetens Mørke (7" EP, limitiert auf 1.000 Stück)
* 1996: Devil’s Path (auch unter dem Titel Sons Of Satan Gather als Split-CD mit Old Man’s Child)
* 1997: For All Tid (Neuauflage mit Stücken von Inn I Evighetens Mørke)
* 2000: True Kings of Norway (Split-CD mit fünf norwegischen Black-Metal-Bands, enthält Inn I Evighetens Mørke)
* 2001: Alive in Torment (Live-EP)
* 2004: Vredesbyrd (Single zur norwegischen Grammy-Verleihung, inkl. dem Videoclip Progenies of the Great Apocalypse. Nur in Norwegen, Schweden, Frankreich, beim Nuclear-Blast-Mailorder sowie im iTunes Music Store erhältlich)
* 2007: The Serpentine Offering (Single mit einer Instrumental-Version und Videoclip)
Videographie
* 1997: Live & Plugged vol.2 VHS (Live-Aufnahmen und Interviews, eine Art Split-VHS mit Dissection)
* 2002: World Misanthropy DVD & VHS
* 2005: Stormblåst DVD (Bonus DVD, Live am Ozzfest)
Cradle of Filth (dt. „Wiege des Schmutzes“) ist eine Metal-Band aus Sussex, England, gegründet 1991 in Colne Lancs. Im Gegensatz zu vielen anderen Metal-Bands extremerer Spielweise konnten Cradle of Filth mit der Zeit bemerkenswerte kommerzielle Erfolge verbuchen, weswegen ihnen (wie auch Dimmu Borgir) von vielen Vertretern des Black Metals „Ausverkauf“ und „Kommerzialisierung“ vorgeworfen wird.
Biographie
Die ersten Jahre der Band waren von einem ständigen Wechseln der Besetzung geprägt, dennoch nahmen Cradle of Filth insgesamt vier Demos auf. 1994 unterzeichneten sie einen Plattenvertrag bei Cacophonous und veröffentlichten im gleichen Jahr „The Principle of Evil Made Flesh“. 1996 wurde das Arbeitsverhältnis zu Cacophonous angespannter, was schließlich darin gipfelte, dass Cradle of Filth das Label verließen. Laut Vertrag musste die Band noch ein weiteres Album abliefern, und so nahm man – eher halbherzig aber dennoch erfolgreich – „Vempire or Dark Faerytales in Phallusstein“ auf. Cradle of Filth haben selbst nie bestritten, dass diese Platte eine Art Notlösung war. Im Jahre 1995 wechselte man dann zu Music For Nations. Trotz häufiger Besetzungswechsel konnte die Band ihre Fangemeinde beträchtlich erweitern. Nach der Veröffentlichung des 1997er Albums „Dusk … and her Embrace“ setzte sich eine wahre Merchandise-Welle in Gang, die der Popularität der Band zwar zuträglich war, ihr allerdings auch böse Vorwürfe von Seiten der Black-Metal-Szene einbrachte. Man warf der Band vor, Kommerzialisierung und Ausverkauf der Szene zu fördern. Diese Vorwürfe verstärkten sich mit dem Erscheinen der Alben „Cruelty and the Beast“ (1998) und mit „Midian“ (2000), die musikalisch auch Mainstream-Einflüsse beinhalteten.
„Bitter Suites to Succubi“ (2001) und das Greatest-Hits-Album „Lovecraft and Witch Hearts“ (2002) sollten ihre letzten Veröffentlichungen bei dem Label Music For Nations werden. Zum einen betrieb die Band von da an ihr eigenes Plattenlabel Abracadaver Records, zum anderen bot ein Angebot von Sony einen aus der Sicht der Band vorteilhaften Karrieresprung. So wechselten sie, abgesehen von Satyricon, als einzige extreme Metal-Band überhaupt auf ein Majorlabel. 2003 erschien das Album "Damnation and a Day" bei Sony Music UK. Allerdings war das Vertragsverhältnis nicht von langer Dauer: „Nymphetamine“, das 2004er-Album, erschien bei Roadrunner Records. Im Jahr 2005 erschien ebenfalls bei Roadrunner Records eine neue DVD mit dem Titel „Peace through superior Firepower“ auf der unter anderem ein Live-Mitschnitt aus dem Abschlusskonzert der Nymphetamine-Tour in Paris enthalten ist. Das aktuelle Album der Band trägt den Titel "Thornography" und ist ebenfalls von Roadrunner Records verlegt worden. Das Album unterscheidet sich von den älteren Werken im Stil und Gesang, der weibliche Gesang von Sarah Jezebel Deva kommt auf diesem Album kaum zur Geltung.
Im November 2006 gab Schlagzeuger Adrian Erlandsson seinen Ausstieg bekannt, um sich mehr seinen musikalischen Projekten wie Needleye und Nemhain zu widmen. Als Ersatz auf der aktuellen Tour wird der Tscheche Martin Škaroupka alias Marthus hinter dem Schlagzeug sitzen.
Stil
Ein wesentliches Markenzeichen der Band ist der extreme Gesang von Dani Filth, dessen bizarre und oftmals äußerst hohen Gesangseinlagen von hohem Wiedererkennungswert sind. Seine Liedtexte sind nur mit philosophischem und literarischem Hintergrundwissen zu verstehen. Hinzu kommt, dass er sich eines sehr anspruchsvollen Englisch bedient.
Die Frage nach dem musikalischen Genre von Cradle of Filth ist immer wieder Angelpunkt einer ausgedehnten Kontroverse. Im Allgemeinen wird ihr Stil oft als Black Metal bezeichnet, wobei auch Einflüsse anderer Stile in ihrer Musik zu finden sind. Cradle of Filth bezeichnen sich selbst nicht als Black-Metal-Band und betiteln ihren Stil als "Vampyric Metal".
Die Musik setzt sich aus Elementen des extremen Metal und des Gothic Metal, aber auch der Elektronik zusammen. Gerade die Aufnahme von Stilmerkmalen anderer Musikstile ist der Grund, weshalb die Band oft nicht dem Black Metal zugeordnet wird, obwohl eine Verwendung musikalischer Merkmale dieser Stilrichtung von Seiten der Band durchaus stattfindet.
Ein weiterer Grund für eine derartige Verwechslung bzw. schwierige Einordnung mag darin liegen, dass Cradle of Filth eine bestimmte Form der Visualisierung durch Kleidung und Schminke (aber auch durch Albumcover und Merchandise-Artwork) einsetzen, die Parallelen zum Black Metal aufweist, sich aber letztendlich in der Erscheinungsform in vielen Punkten unterscheidet. Dennoch, das daraus resultierende Image der Band kreiert eine Atmosphäre aus Mystik, Wahnsinn und Dunkelheit, die sich in dieser Form auch bei vielen anderen Black-Metal-Bands wiederfindet. Dani sagte einmal, sie würden Märchen für Erwachsene machen.
Gastmusiker
* Sarah Jezebel Deva (Sarah Jane Ferridge) - Gesang auf allen Veröffentlichungen seit "Vempire"
* Apocalyptica - Cello auf "Bitter Suites to Succubi"
* Mika Lindberg - Gesang auf "Midian"
* Doug "Pinhead" Bradley - Sprechgesang auf "Midian", "Nymphetamine" und "Thornography"
* Dave McEwen - Gesang auf "Midian" und "Damnation and a Day"
* Andy Nice - Cello auf "Midian"
* Ingrid Pitt - Gesang auf "Cruelty and the Beast"
* Cronos / Conrad Lant - Gesang auf "Dusk and her Embrace"
* Danielle Chneajna Cottington - Gesang auf "Vempire", "Dusk and her Embrace", "Cruelty and the Beast"
* Andrea Meyer Haugen / Nebelhexe - Gesang auf "The Principle of Evil made Flesh"
* Soror Proselenos - Cello auf "The Principle of Evil made Flesh"
* Frater Nihil - Gesang auf "The Principle of Evil made Flesh"
* Liv Kristine Espenæs Krull - Weiblicher Gesang in "Nymphetamine" auf dem gleichnamigen Album
* King Diamond - Gesang in "Devil Woman" auf "Nymphetamine" (Special Edition)
* Ville Valo - Gesang in "The Byronic Man" auf "Thornography"
* Dirty Harry - Gesang in "Temptation" auf "Thornography"
Diskographie
EPs und Demos
* Invoking the Unclean (Demo) 1992
* The Black Goddess Rises (Demo) 1992
* Orgiastic Pleasures Foul (Demo) 1992
* Total Fucking Darkness (Demo) 1993
* V Empire (or Dark Faerytales in Phallustein) (EP) 1996
* From the Cradle to Enslave (EP) 1999
* No Time To Cry (EP) 2001
Alben
* The Principle of Evil Made Flesh 1994
* Dusk and Her Embrace 1996
* Cruelty and the Beast 1998
* Midian 2000
* Bitter Suites to Succubi (Best-Of/Compilation) 2001
* Lovecraft & Witch Hearts (Best-Of/Compilation) 2002
* Live Bait For The Dead (LIVE) 2002
* Damnation And A Day 2003
* Nymphetamine 2004
* Thornography 2006
* Eleven Burial Masses (LIVE) 2007
Singles
* No Time To Cry (The Sisters Of Mercy - Cover) 2000
* Babalon A.D. (So Glad For The Madness) (DVD-Single) 2003
* Mannequin (DVD-Single) 2003
* Nymphetamine (Promo-Single) 2004
* Devil Woman (Promo-Single) 2005
Veröffentlichte Musikvideos
* From The Cradle To Enslave 1999
* Her Ghost In The Fog 2000
* Born In A Burial Gown 2001
* Scorched Earth Erotica (Nasty Version) 2001
* Scorched Earth Erotica (Very Nasty Version) 2001
* No Time To Cry 2001
* Babalon A.D. (So Glad For The Madness) 2003
* Mannequin 2003
* The Promise Of Fever 2003
* Nymphetamine 2004
* Temptation 2006
DVD´s
* PanDaemonAeon 1999 (Re-Release 2006)
* Heavy, Left-Handed and Candid 2002
* Mannequin DVD Single [2003 Sony Music Enertainment]
* Peace Through Superior Firepower 2005
Eisregen ist eine 1995 gegründete deutsche Dark-Metal-Band aus der thüringischen Kleinstadt Tambach-Dietharz. Durch ihre morbiden (und im Gegensatz zu vielen anderen Bands dieser Gattung deutschsprachigen) Texte zog die Band nach einiger Zeit die Aufmerksamkeit der BPjM auf sich, was zur Indizierung dreier ihrer Alben führte.
Nach Aussagen des Sängers Michael Roth war Eisregen ursprünglich auf sechs Alben konzipiert, was sich auch darin äußerte, dass die kommenden Albentitel jeweils schon lange vor Erscheinen des Albums feststanden. Die Band kündigte immer wieder an, sich nach dem Album „Menschenmaterial“ auflösen zu wollen. Im Mai 2006 hat die Band jedoch den Vertrag mit Massacre Records um vier Jahre verlängert.
Stilistische Entwicklung
Waren die ersten Veröffentlichungen einschließlich der ersten beiden Alben noch mit Black-Metal-Einflüssen versehen, so trifft dies auf die nachfolgenden Veröffentlichungen nicht mehr in diesem Maße zu. Mit dem zweiten, von zahlreichen Fans als das beste angesehene Album Krebskolonie kam die später für Eisregen typische Violinenbegleitung. Krebskolonie ist, verglichen mit den vorherigen Veröffentlichungen, musikalisch anspruchsvoller und die Texte sowohl tiefgründiger als auch morbider.
Indizierung
Im Gegensatz zur „normalen“ Indizierung (das heißt: Werbeverbot sowie Verkaufsverbot an Minderjährige) wurde das Album „Krebskolonie“ indiziert und der Liste B zugeordnet. Ein Amtsgericht hat bisher noch nicht über die strafrechtliche Relevanz entschieden. Dies hat zur Folge, dass die Band selbst auf Konzerten mit einem Publikum mit einem Mindestalter von 18 Jahren keinen Titel dieses Albums spielen darf. Grund für die Indizierungen waren die laut BPjM „grausamen, menschenverachtenden, frauenfeindlichen und verrohenden“ Texte, die zudem „sozialethisch desorientierend“ seien. Weiter hieß es, die Texte stellten eine „Jugendgefährdung“ sowie eine „Verletzung der Menschenwürde“ dar. Die Band konnte jedoch nicht gegen die Indizierung vorgehen, da ihre damalige Plattenfirma „Last Episode“ zwar angeschrieben wurde, die Band jedoch nicht informierte.
In Interviews wird versucht, deutlich zu machen, dass die in den Indizierungsberichten stehenden Vorwürfe nicht mit den Intentionen des Sängers und Textschreibers Michael Roth übereinstimmen. Als Beispiel sei angeführt, dass im Indizierungsbericht zum Album „Krebskolonie“ in Bezug auf das Lied „Futter für die Schweine“ geschrieben steht:
„Dieses Lied weist daneben auch Bezüge zur Frauenfeindlichkeit auf. So ist der Sänger der Meinung, dass das Leben einer Prostituierten so gering zu schätzen sei, dass sie nur als Schweinefutter tauge“
Roth selbst jedoch äußert sich zu dem Lied in einem Interview wie folgt:
„Die Menschheit nimmt sich prinzipiell immer viel zu wichtig und stellt sich eben immer an die Spitze der Nahrungskette […]. Es war einfach ganz interessant, daß man mal ein Wesen darüberstellt. Den Mensch eben auch mal zum Futter degradiert […]. Das Thema hab ich auch wieder bei ‚Futter für die Schweine‘ aufgegriffen, daß sich die Nahrungskette eben mal anders darstellt, als sie gemeinhin aufgefaßt wird. Die Geschichte ist aus einer ziemlich kranken und zynischen Sicht geschrieben.“ [1]
Darüber hinaus werden im Indizierungsbericht fälschlicherweise Sänger und Erzähler gleichgesetzt.
Durch die Indizierung des Albums „Farbenfinsternis“ am 28. Februar 2004, infolge derer die Band mit „Krebskolonie“ zwei ihrer wichtigsten Werke für den deutschen Markt verlor, erlitten Eisregen finanziell einen schweren Schlag. Das ursprünglich als sechstes und letztes Album geplante Werk „Menschenmaterial“ wurde nunmehr verschoben. Die Band kündigte im offiziellen Bandforum an, zuvor ein weiteres Album mit dem Namen „Blutbahnen“ veröffentlichen zu wollen, da die Band nach eigenen Aussagen wieder Spaß an der Musik gefunden hat.
Am 31. Januar 2007 jedoch wurde der Bundesprüfstelle aufgrund einer Anregung des Landeskriminalamtes Brandenburg das Album „Wundwasser“ vorgelegt. Grund für die Indizierung sind angebliche „jugendgefährdende und strafbare Inhalte“. Die Band wie auch das Label jedoch wiesen die Anschuldigungen zurück. Am 1. Februar 2007 dann wurde das Album schließlich doch indiziert, obwohl die Band Anwälte einschaltete. Die BPjM konnte keinen ausreichenden Kunstgehalt ausmachen, somit galt der Jugendschutz mehr als die Kunstfreiheit.
Nebenprojekte
Michael Roth und Michael Lenz sowie einige Mitmusiker starteten 2004 das Death-Metal-Projekt „Eisblut“, dessen Album „Schlachtwerk“ Ende August 2005 veröffentlicht wurde, Ronny Fimmel und Theresa Trenks gründeten die Band „Transilvanian Beat Club“. Seit 1999 existiert darüber hinaus eine Gothic-Metal-Band namens „Ewigheim“, in der Ronny Fimmel als festes Mitglied und Theresa Trenks sowie Michael Roth als Sessionmusiker spielen.
Texte
Obwohl Eisregen durch ihre teils von Horror- und Splatter-Filmen geprägten Texte oftmals ins Kreuzfeuer der Kritiker gerieten, ist ihnen doch ein gewisser tiefgründiger, sicher auch morbid-humoristischer Hintergedanke (Beispiel: „Meine tote russische Freundin“) nicht abzusprechen. Bei näherer Betrachtung spiegeln die Texte oftmals gesellschaftliche Missstände (Beispiele: „Schwarze Rose“, "Im Reich der Fleischlichkeit", „Vom Muttermord“, „Alphawolf“) oder grausame, teils historisch verbürgte Realität wieder, auch wenn dies stets fiktional geschieht und nicht bei allen Texten der Gruppe der Fall ist.
Die gesellschaftlichen Missstände spiegeln sich besonders gut bei dem Lied „Die Seele der Totgeburt“ wieder, wo es um ein Kind geht, das sich im Mutterleib befindet und bei der Geburt stirbt:
Dort draußen wartet nichts auf dich,
Was einen Wert für dich besäße
Des Alltags Wahnsinns kalter Hauch
Liegt über allem Tun und Handeln
Zum ersten Mal beschleicht dich Furcht
Und du beschließt, nicht raus zu gehen
Dorthin, wo Gleichgültigkeit herrscht
Und wo der Mensch sich selbst zerstört.
Das vierteilige Pest-Zyklus auf dem Debüt-Album „Zerfall“ beschreibt wie die Pest eine mittelalterliche Stadt befällt und die Betroffenen schließlich lebend zu den Toten in die Pestgruben geworfen wurden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Fernen behandelt das Lied „Ripper von Rostow“ die leicht abgeänderte Geschichte des russischen Serienmörders Andrei Romanowitsch Tschikatilo, „Kreuznarbe“ die grausamen Verhöre und Vorgehensweisen der kirchlichen Inquisition, „Heer der Ratten“ die Zeit des Nationalsozialismus und „Eisenkreuzkrieger“ den Schrecken der Schlacht von Stalingrad, wo ein Soldat seinen Kameraden essen muss, um in der Kälte Russlands zu überleben.
Dagegen ist das Lied "17 Kerzen am Dom" das erste Lied der Gruppe, dass eine wahre Geschichte unverändert wiedergibt. In ihm wird der Amoklauf des Erfurter Robert Steinhäuser beschrieben, der 16 Menschen und sich selbst an seinem Gymnasium tötet. Das Lied wurde nach Roths Angaben anhand von Polizeiberichten rechachiert und soll keine Verherrlichung dieser Tat, sondern das genaue Gegenteil darstellen, was sich auch im abschließenden Teil des Liedes zeigte, wo an die Opfer gedacht wird.
Zusätzliche sind einige Texte religionskritisch oder blasphemisch. Bereits im Lied „Ode an den Niedergang“ wurde Jesus von Nazaret als 'Bastard' bezeichnet. So wird in „Das Tor (Sado-Mix)“ äußerst zynisch die bekannte Frage wieder aufgegriffen, wieso Gott all das Leid zulässt, wenn es ihn gibt:
Du kehrtest heim zu deinem Gott
Doch dein Gott ist nur ein Wort
Und ein Wort half dir nicht
Als in den Flammen brannte dein Gesicht
Auch wird der Glaube an ein Jenseits nach christlicher Vorstellung im Lied „Leichenlager“ als Irrglaube dargestellt:
Jedoch die Wahrheit ist ein wenig bitter
Denn das Leben danach sieht anders aus
Kein Harfenklang und keine Engelsschwingen
Nur ein Platz, wo deine Leiche faulen wird
Diskografie
EPs
Demoaufnahmen
* „Mysterien der Nacht“ (1995)
* „Promo 96“ (1996)
* „Das Ende des Weges“ (1996)
Singles und EPs
* „Fleischhaus“, 7"-Single (1997)
* „Fleischfestival“, EP (1999)
* „Hexenhaus“, EP mit DVD (2005)
Alben
* „Zerfall“ (1998), 2004 zusammen mit „Das Ende des Weges“ unter Massacre Records neu veröffentlicht
* „Krebskolonie“ (1998), indiziert, seit 7. August 2003, unterliegt zusätzlich dem Verbreitungsverbot; 2003 zusammen mit „Fleischfestival“ unter Massacre Records neu veröffentlicht
* „Leichenlager“ (2000)
* „Farbenfinsternis“ (2001), indiziert, seit 28. Februar 2004
* „Wundwasser“ (2004), indiziert, seit 28. Februar 2007
* „Blutbahnen“ (2007)
Videos
* „Lager Leipzig“ (2001) (Livemitschnitt des Wave-Gotik-Treffens 2000, FSK 18)
* „elektro-Hexe“ (2005) (auf der im „Hexenhaus“-Digipack enthaltenen DVD)